Das Land Somogy

Der im allgemeinen bekannte Name des „Landes Somogy" hat seinen Ursprung nicht nur in dem, daß Somogy das größte Land jenseits der Donau ist, sondern weil die ehemals riesigen Wälder sich fast ineinander schlossen und so zu einer geographischen Einheit wurden. Auf dem Gebiet des Landes ließen sich schon vor 25 000 Jahren Menschen nieder, allerdings gibt es auch Funde, die auf eine Existenz keltischer Niederlassungen um den Anfang der Zeitzählung hinweisen. Die ungarische Landnahme stieß hier auf vereinzelte slawische und germanische Dörfer, sowie auf günstige Bedingungen für eine Niederlassung: üppige Weiden, Wälder, fischreiche Flüsse und den Plattensee. Die spätere 150-jährige türkische Eroberung überlebten nur wenige Niederlassungen und Bewohner. Aufgrund des rapiden Populationsrückgangs durch die Vertreibung der Türken, siedelten sich im Land bis zum Ende XVIII. Jahrhunderts mehr als 40 000 Ungarn und Südslawen sowie 15 000 bis 20 000 Schwaben. Auf diese Weise wurde Somogy ethnisch das ziemlich bunteste Land.

Wegen der großen Wälder, sumpfigen Gebiete und der ungünstigen Verkehrslage war dieses Gebiet vom Agrarmarkt ausgeschlossen, deshalb entwickelte sich die Landwirtschaft nur langsam. Tatsächlich wurde Somogy bis heute nicht zu einem industriellen Land: Ende des XIX. und Anfang des XX. Jahrhunderts gab es eine Entwicklung ausschließlich im Bereich der Agrarwirtschaft.